
Die 41. ordentliche Vereinsversammlung von Winzerwy fand am Freitag, 19. März 2010 in der Trotte des Strickhofs Wülflingen statt. Etwas weniger als die Hälfte der Mitglieder folgten der Einladung zum Anlass, welcher mit einem Rundgang durch die Reben und Erläuterungen durch die Winzermeisterin Marie Bräuning begann. Meinrad Steimer (Wettingen), seit 1992 im Vorstand und seit der Bildung von Degustationsgruppen Leiter jener im Westen (Aargau, Baselland, vereinzelte aus dem Raum Zürich), wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
Die dem Betriebsrundgang und dem Apéro im schönen Rebhäuschen anschliessende fünfviertel Stunden dauernde Versammlung widmete sich hauptsächlich den statutarisch vorgegebenen Geschäften. Präsident Martin Wiesmann konnte dem Vorstandsmitglied Moritz Baur für die tadellose Organisation der Jubiläumsreise ins Markgräflerland danken, an der mehr als 20 Leute teilgenommen haben.
Die Versammlung nahm Kenntnis vom seit der Genehmigung der neuen Statuten und des neuen Degustationsreglementes per 23. März 2007 pendenten Anhang, der die altrechtlichen Betriebe und die Lohnkelterungen auflistet, welche die Schutzmarke Winzerwy benützen dürfen. Die Liste ist im Internen Bereich unserer Homepage downloadbar.
Die regelmässigen Besuche bei den Betriebsmitgliedern zur Überprüfung des Winzerwy-Qualitätskonzeptes werden auch 2010 fortgeführt. Der Vorstand lässt sich dabei gerne von einzelnen interessierten Mitgliedern begleiten.
Ein um Ehrenmitglieder, Interessierte und Jungwinzer von Betriebsmitgliedern erweiterter “Rat der Weisen” aus maximal 12 Personen wird sich in einer Klausurzusammenkunft am 13. Juli 2010 mit der Zukunft des Vereins – “Winzerwy 2015” – befassen.
Es gelang, die vom Vorstand für Meinrad Steimer vorgesehene Ehrenmitgliedschaft bis zur Versammlung “geheim” zu halten. Andreas Meier würdigte in kurzen treffenden Worten die unermüdlichen Leistungen von Meinrad Steimer als Degustationsleiter und als Aktuar des Vorstandes: Organisator, Motivator, Rotator als Deguleiter – wandelndes Lexikon wenn es um die Annalen des Vereins geht. So wurde Steimers Wirken skizziert. Mit Applaus verlieh ihm die Vereinsversammlung die Ehrenmitgliedschaft, welche auch die Befreiung vom Jahresbeitrag von 150 Franken für Betriebsmitglieder bedeutet.
Nach der Vereinsversammlung, und bevor die Gastronomie des Strickhofs ein ausgezeichnetes Nachtessen präsentierte, hielt Andreas Wirth, Rebbaukommissär des Kantons Zürich ein interessantes Kurzreferat in launigen Worte gefasst. So warf er einen speziellen Blickwinkel auf Weinbau-Statistiken im Kanton. Und Wirth streifte die Frage der Mischungsverhältnisse, wo der Bund sehr viel zulässt.
93 Rebsorten gibt es im Kanton Zürich, aber die Hauptsorten Pinot Noir und RieslingxSylvaner machen 75 Prozent der Rebflächen aus. Künftig werde sich die Frage stellen, ob man jede erdenkliche hier gepflanzte Rebsorte unter AOC segeln lassen könne. Die Rebfläche von 614 Hektaren im Kanton Zürich könne als konsolidiert bezeichnet werden, wobei zuwenig Stöcke erneuert werden und die Rebflächen dadurch einen Trend zum Überaltern aufweisen. 3 Liter Wein pro Einwohner werden im Kanton Zürich derzeit produziert. 1875 präsentierte sich der Markt anders: 155 Liter (!) einheimischen Weines gab es damals pro Kopf. Der erzielte Umsatz betrug 12 Mio. Franken – das Doppelte des kantonalzürcherischen Haushaltsbudgets!
Mitglieder können die vollständige Fassung dieses Berichtes im internen Bereich einsehen. Dort sind auch die Meldefristen für Interessierte (Betriebsbesuche, Klausur) erwähnt.
19. März 2010 Martin Wiesmann, Präsident von Winzerwy